Leonardit: nachhaltiger Bodenzusatz für höhere Erträge

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Landwirte,

Heute möchte ich mit Ihnen spannende Informationen teilen, die mich selbst sehr interessiert haben. Es geht um eine einzigartige Substanz für Pflanzen, die Leonardit heisst.

Was ist Leonardit?

Zunächst ein paar grundlegende Fakten über Leonardit. Leonardit ist eine organisch-mineralische Substanz, die durch Oxidation von Braunkohle entsteht. Er ist reich an Huminsäuren und Fulvosäuren sowie anderen biologisch aktiven Verbindungen.

Huminsäuren und Fulvosäuren sind Endprodukte des Abbaus tierischer und pflanzlicher Organismen. Huminstoffe entstehen durch chemische und biologische Prozesse, die tierisches und pflanzliches Gewebe in Humus umwandeln, wobei die biologische Aktivität von Mikroorganismen eine entscheidende Rolle spielt.

Eine der Quellen von Huminsäuren sind Sedimentablagerungen, die als Leonardite bekannt sind. Diese Ablagerungen befanden sich ursprünglich tief in der Erdkruste, wurden jedoch durch lange Exhumationsprozesse an die Erdoberfläche gebracht.

Leonardit enthält Huminsäuren in hohen Konzentrationen. Er ist ein organisches Sediment, das sich noch nicht in Kohle umgewandelt hat und sich vom Braunkohle durch einen höheren Oxidationsgrad unterscheidet – ein Ergebnis des Inkohlungsprozesses. Als Brennstoff hat er keinen Wert. Der Abbau der organischen Säuren, die im Leonardit konzentriert sind, dauert unter natürlichen Bedingungen Millionen Jahre.

Kurz zu den Eigenschaften von Leonardit

  • Herkunft: ein Naturprodukt, das sich über Millionen Jahre durch den Abbau organischer Substanz bildet.
  • Gehalt an Huminstoffen: bis zu 80 % – macht ihn zu einer der besten natürlichen Quellen von Humaten.
  • pH-Wert: meist schwach sauer, was hilft, den Säuregrad der Böden zu regulieren.

Warum ist er nützlich?

  • Er verbessert die Bodenstruktur und die Wasserspeicherkapazität.
  • Er stimuliert das Pflanzenwachstum und erhöht die Aufnahme von Mikro- und Makronährstoffen.
  • Er aktiviert die Bodenmikroflora und verstärkt die Photosynthese.
  • Er wird auch als Zusatz in Gülle eingesetzt – beschleunigt den Abbau organischer Substanz und reduziert Gerüche.

Anwendung

  • In der Landwirtschaft – als Bodenverbesserer, Biostimulator oder Zusatz zu organischen Düngern.
  • In der Tierhaltung – über Gülletechnologien.
  • Im ökologischen Landbau und in regenerativen Praktiken.

Vorteile von Leonardit für die Landwirtschaft

1. Steigerung der Bodenfruchtbarkeit

Leonardit ist reich an Huminsäuren und Fulvosäuren, die die Bodenstruktur verbessern, die Entwicklung nützlicher Mikroflora fördern und die Aktivität des Wurzelsystems stärken.

Er trägt zur Wasserspeicherung bei und verbessert die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe aufzunehmen und zu speichern. Das Ergebnis – stabilere Erträge und ein geringerer Bedarf an Mineraldüngern.

2. Verbesserung der Güllequalität

Die Zugabe von Leonardit in Güllelager bindet überschüssigen Stickstoff und Ammoniak und macht den Dünger ausgewogener und sicherer.

Seine organische Struktur verbessert die physikalisch-chemischen Eigenschaften der Gülle, reduziert die Schaumbildung und sorgt für eine gleichmässigere Ausbringung.

3. Geruchsreduktion und beschleunigter Abbau

Die im Leonardit enthaltenen Huminsäuren aktivieren den aeroben Abbau organischer Rückstände und hemmen die anaeroben Prozesse, die unangenehme Gerüche verursachen.

Dies ist besonders wichtig für landwirtschaftliche Betriebe, die sich in der Nähe von Wohngebieten oder touristischen Regionen befinden. Ein schnellerer Abbau erleichtert außerdem den Transport und die Ausbringung der Gülle.

4. Verbesserte Nährstoffaufnahme durch Pflanzen

Dank seiner Fähigkeit, Chelatkomplexe zu bilden, fördert Leonardit die effizientere Aufnahme von Mikro- und Makronährstoffen durch Pflanzen. Dies ist besonders wichtig unter Stressbedingungen wie Trockenheit, Staunässe oder geringem Gehalt an organischer Substanz im Boden.

Die Pflanzen erhalten eine bessere Nährstoffversorgung bei geringeren Kosten.

Ich habe ausserdem eine erste Marktanalyse von Leonardit durchgeführt und hier sind meine Ergebnisse. Heute werden unter dem Namen „Leonardit“ sehr unterschiedliche Produkte verkauft – von echtem organischem Huminsäurekonzentrat bis hin zu einfachem gemahlenem Braunkohle.

Was bietet der Markt?

  • Türkei und Russland – oft wird unter dem Namen Leonardit lediglich Braunkohle oder Gestein exportiert. Gehalt an Huminsäuren: 10–20 %, Fulvosäuren: maximal 5 %.
  • Deutschland – qualitativ bessere Variante, mit höherem Anteil an Huminsäuren und Fulvosäuren.
  • Spanien – teurer Leonardit, aber Labortests zeigten: ca. 40 % Huminsäuren, und das nicht immer stabil. Fulvosäuren ebenfalls geringer.
  • Kanada und USA – vergleichsweise hochwertige Produkte. Durchschnittlicher Gehalt an Huminsäuren ist jedoch nur ca. 40 %.

Ich untersuche ausserdem weitere Lieferanten aus anderen Ländern, und es gibt einige sehr interessante Proben, zum Beispiel diese:

Optimierung von Gülle mit Leonardit

Was bringt die Zugabe von Leonardit in die Gülle?

  • Reduktion des Güllegeruchs: hemmt anaerobe Mikroflora und beschleunigt den Abbau organischer Rückstände.
  • Verbesserung der Struktur: erhöht die Fließfähigkeit und sorgt für eine gleichmässigere Ausbringung.
  • Verringerung der Stickstoffverluste: bindet Ammoniak und reduziert die Verdunstung, steigert den Düngewert der Gülle.

Wenn Nährstoffe aus Gülle in gasförmiger Form freigesetzt werden, z. B. als Ammoniak oder Schwefelwasserstoff, wirken sie schädlich auf Tiere, Menschen und die Umwelt. Dies verringert außerdem die Effizienz der Nährstoffnutzung in der Gülle. Dadurch fehlen den Pflanzen wichtige Nährstoffe für ihr Wachstum.

Leonardit bindet Ammoniak und reduziert die Geruchsbildung erheblich. Dank seiner sehr hohen Fähigkeit, wichtige Nährstoffe und Spurenelemente in pflanzenverfügbarer Form zu binden, werden Verluste reduziert. Die entstehenden Humate sind schwer löslich in Wasser. Dies verhindert weitgehend das Auswaschen in tiefere Bodenschichten. Die Effizienz der Nährstoffnutzung wird deutlich erhöht. Dies trägt zur Senkung der Düngerkosten bei.

Welcher Effekt? Gerüche entstehen entweder gar nicht, in geringeren Mengen oder werden durch Huminsäuren gebunden (Nach Angaben der Technischen Universität Freiberg). Entstehendes Ammoniak (NH3) wird in wasserlösliche Ammoniumhumate (NH4) umgewandelt. Dies verhindert Emissionen von NH3 in die Luft. Multifunktionale Nährstoffe wie Ca, Mg und Spurenelemente werden durch Fulvo- und Huminsäuren gebunden und ausgefällt. Da diese Humate schwer wasserlöslich sind, verbleiben sie in der oberen Bodenschicht und bleiben somit für die Pflanzen verfügbar.

Messungen der Hochschule Lausitz haben gezeigt, dass die Zugabe von Braunkohlenstaub zu einer deutlichen Reduktion der Emissionen führte. Innerhalb weniger Stunden wurde die Geruchsbelastung um 75 % reduziert, und die Ammoniakkonzentration sank um mehr als 95 %.

Hier sind weitere Studien:

  • Feldversuch in der Landwirtschaft (München / Burghausen). Unter Testbedingungen wurde Leonardit in Gülle mit etwa 21–22 kg pro m³ (≈ 21–31 kg/m³) eingemischt. Das Ergebnis war eine deutliche Reduktion der Ammoniakemissionen und eine bessere Stickstoffbindung im Boden.
  • Laborexperiment zur Verbesserung der Stickstoffbindung in Böden, die mit Schweine- und Rindergülle behandelt wurden, durch den Einsatz organischer Bodenverbesserer. Unter kontrollierten Laborbedingungen wurde Leonardit in einer Menge von 50 g pro Liter Gülle eingesetzt, was etwa 50 kg pro m³ entspricht. Dies führte zu einer Reduktion der NH₃-Emissionen um 32–64 % und zu einer verbesserten Stickstoffbindung im Boden.

Umweltschutz durch Leonardit.

  • Rekultivierung von Böden: Wird zur Wiederherstellung degradierter und verschmutzter Böden eingesetzt.
  • Reduktion der Toxizität von Pestiziden und Schwermetallen: Fulvosäuren binden Metallionen und neutralisieren chemische Rückstände.
  • Abwasserreinigung: Wird als natürlicher Koagulator und Sorbens zur Entfernung von Schadstoffen eingesetzt.

Lebensmittel- und Pharmaindustrie

  • Futtermittelzusätze: Stärken das Immunsystem der Tiere, verbessern die Verdauung und den Stoffwechsel.
  • Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetik: Fulvosäuren werden als Bestandteile für Gesundheitsprodukte, Hautpflege und zur Wiederherstellung des Mineralstoffgleichgewichts eingesetzt.

Anwendung von Leonardit in Zahlen

  • In Güllelager
    • Empfohlene Dosierung: 10–30 kg pro 1 m³ Gülle (~10–30 kg/1000 l).
    • Wissenschaftliche Daten: In Laborexperimenten führte der Einsatz von ca. 50 g/l (~50 kg/m³) zu einer Reduktion der Ammoniakemissionen um 32–64 % und zu einer verbesserten Stickstoffbindung.
    • Praktischer Einsatz: 20–30 kg/m³ – ein effektives Gleichgewicht zwischen Wirtschaftlichkeit und Ergebnis.
    • Anwendungsempfehlungen: Leonardit trocken in die Gülle geben und gründlich einmischen. Während der Lagerung regelmässig umrühren.
  • In den Boden
    • Bei einer Ausbringung von 1 t/ha stieg der Gehalt an organischer Substanz von 2,89 % auf 3,19 % (Sommerphase), und der Anteil an Huminsäuren nahm deutlich zu.
    • Anwendung: Als Grunddüngung vor der Aussaat einbringen, bis 20 cm tief einarbeiten. Erhaltungsdosen – alle 2–3 Jahre zur Steigerung des Humusgehaltes.
  • Für Kompost
    • Empfehlung: bis zu 3 % der Kompostmasse.
    • Effekt: Verbesserung der Kompoststruktur, Aufschluss pflanzlicher Zellreste, Bindung von Schwermetallen, Förderung der mikrobiellen Aktivität.

Tabelle der empfohlenen Dosierungen

AnwendungsbereichDosierungEffekt
Gülle10–30 kg/m³Reduktion von NH₃, Stickstoffbindung
Boden~200–5000 kg/ha jährlichErhaltung des Humusgehalts
Kompost≤ 3 % der MasseBeschleunigte Reifung, Strukturverbesserung

Welchen Leonardit kaufen?

Der Preis für hochwertigen Leonardit liegt im Durchschnitt bei 450–580 Franken pro Tonne inklusive Lieferung in die Schweiz. In naher Zukunft planen wir den Import einer ausreichenden Menge hochwertigen Produkts für Feldversuche in Hagebutten-Plantagen. Falls Sie Landwirt sind und ebenfalls Interesse an Leonardit-Versuchen haben, unterstütze ich Sie gerne mit Beratung und Lieferung des hochwertigen Leonardits, den ich bereits geprüft habe.

Schreiben Sie mir einfach Ihre Fragen und die Aufgaben, die Sie mit Leonardit lösen möchten.

Oder bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie an einer Teilnahme an den Tests interessiert sind oder weitere Informationen wünschen.

Gesamtfazit

Huminsäuren und Fulvosäuren sind universelle biologisch aktive Stoffe, die die Effizienz landwirtschaftlicher Technologien steigern, die Umweltbelastung reduzieren und in vielen Bereichen Anwendung finden können. Ihr Einsatz ist ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren, umweltfreundlicheren und rentableren Zukunft.

Mit freundlichen Grüssen,

Dimitry Bondarenko

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